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Kirchenchronik der St. Nikolauskirche von Raitenbuch

 

 

 

Pfarrgeschichte:

 

Die Kirche von Raitenbuch ist eine Stiftung des Burgherrn Hermann Vestenberger aus dem Nachbarort Oening. Am 24. März 1304 übergab er mit Einwilligung seiner Brüder Gottfried, Albrecht und Hermann die Kirche dem Kloster Plankstetten „als Seelgerät der Familie Vestenberger zu einer Hilf an ihrer Pfründ" (Heidingsfelder Nr. 1278). Noch im gleichen Jahr erfolgt die Inkorporation durch Bischof Konrad II. von Eichstätt. Raitenbuch selbst wird als Filiale vom Kloster aus versehen.

 

Nur spärlich sind die Aufzeichnungen in den folgenden Jahrhunderten. 1590 wird die Seelsorge von Raitenbuch dem Pfarrer von Oening übertragen. - Von 1695 - 1724 werden die Pfarreien Raitenbuch und Oening vom Kloster aus versehen. - Ab 1699 werden eigene Pfarrmatrikel geführt, in denen Taufen, Eheschließungen und Begräbnisse aufgezeichnet sind.

 

Am 1. April 1751 vertauscht Abt Maurus von Plankstetten unter Bischof Johann Anton von Eichstätt das Patronat der drei Seelsorgstellen in Beilngries gegen die volle Überlassung der Pfarrei Oening. Gleichzeitig wurde Raitenbuch der Nachbarpfarrei Oening zugeteilt. Seit dieser Zeit sind beide Gemeinden kirchlich miteinander verbunden.

 

Bis 1820 versehen Benediktiner aus Plankstetten die Seelsorge. Dann wird Oening mit Raitenbuch eigene Pfarrstelle mit Weltpriestern. - Nach dem Tode des letzten Pfarrers Anton Rupp (+ 6.1.1975) lebte die alte Verbindung mit dem Kloster Plankstetten wieder auf. Ab 1. September 1975 wird die Kirche in Oening und Raitenbuch von Pater Augustin Spies OSB danach ab 18. Oktober 1981 von Pater Ansgar Schopohl OSB als Pfarrprovisor betreut.

Seit dem Tod von Pater Ansgar Schophol ( +11.4.92 ) wird Oening und Raitenbuch vom Kloster Plankstetten durch Dekan Pater Godehard Schuster OSB und Kaplan Pater Maurus Brachner OSB mitversorgt.

 

Baugeschichte:

 

Der ursprüngliche Kirchenbau aus der Gründungszeit ist nicht mehr erhalten.

Reste der frühgotischen Anlage sind am massiven Turm zu erkennen. Nach Bericht der Klosterchronik von Plankstetten stürzte am 21. Januar 1515 der Kirchturm ein und beschädigte dabei die Kirche erheblich. Erst 200 Jahre später, im Jahre 1725 begann der Neubau. - Da die mittelalterliche Kirchen-anlage in ihrem Ausmaß von 14 Fuß Länge, 25 Fuß Breite und ohne Chor wohl nicht mehr den Anforderungen entsprach, erfolgte der Neubau des Gotteshauses in seiner heutigen Form von 34 x 27 Fuß.

Die Baukosten für den Neubau betrugen 675 Gulden, die größtenteils aus dem Kirchenvermögen aufgebracht wurden.

In diese Zeit fällt auch der Umbau der Pfarrkirche in Oening zur heutigen Barockkirche. Die feierliche Konsekration der beiden Kirchen wurde zu einem seltenen Doppelfest der heutigen Pfarrgemeinde. Am 28. September 1729 wurde die Pfarrkirche in Oening und tagsdarauf, am 29. September 1729 die Filialkirche in Raitenbuch durch Weihbischof Johann Adam Nieberlein geweiht, beide zu Ehren des Hl. Nikolaus.

 

Zur Erleichterung des Kirchenbesuches wurde 1818 der Kirchenweg Oening-Raitenbuch mit Platten belegt.

1840 wird die erste Orgel auf Kosten der Gemeinde angeschafft.

1896 schmückt Kirchenmaler Karl Ambos von Berching die Decke des Kirchenschiffes mit einem Marienbild und 12 Apostelbildern.

1934 erfolgte unter Pfarrer Josef Gallasch eine umfassende Instandsetzung der Kirche: Neue Außenfassade für Turm und Kirchenschiff durch Firma Adam Wein, Beilngries, neues Blechdach für Turmkuppel durch Firma Sebastian Kühn, Berching, neues Pflaster in der Kirche, Zimmermannsarbeiten durch Firma Franz Leidl, Holnstein. - Die Höhe der gesamten Instandsetzungskosten ( 3.549,32 RM ) bereitete Schwierigkeiten im Dorf, konnte aber durch ent-sprechende Zuschüsse und Sammlungen gedeckt werden.

1948 wurde die Kirche innen renoviert unter Pfarrer Rudolf Probst.

Die Primiz von Pater Justin Stampfer, bei strahlendem Sonnenschein, am 14. März 1965

1964 rüstete sich das Filialdorf unter Pfarrer Anton Rupp für die Primizfeier von Pater Justin Stampfer, ein Sohn der Gemeinde. Dazu diente eine gründliche Außenrenovierung der gesamten Kirchenanlage mit Friedhof durch Firma Adam Wein, Beilngries. Die Kuppel des 28 m hohen Turmes erhielt eine Kupferblechverkleidung durch die Firma Karl Reindl, Berching.

Für die Kirchenbesucher wurden 1973 neue Sitz- und Kniebänke eingerichtet,

gepolstert und schließlich eine Elektroheizung eingebaut zur allgemeinen Freude und Annehmlichkeit.

1969 wurde die alte „Seelenkapelle" im Friedhof abgebrochen und darauf ein Leichenhaus errichtet. Gleichzeitig wurden auch die Grabreihen neu geordnet.

Zu Ehren der verstorbenen Helden der vergangenen Weltkriege wurde die Anfertigung eines Gedenksteines an den Steinmetz Schimpl aus Berching in Auftrag gegeben.

Auf diesem Gedenkstein sind die Opfer der Ortsgemeinde eingemeißelt.

Die Einweihung des Gedenksteins fand unter Anteilnahme des damaligen Bürgermeisters Kuffer am 06.Juni 1982 statt, wobei der Ortsgeistliche Pater Ansgar dem „Mahnmal des Friedens" den kirchlichen Segen erteilte.

Im Herbst 1984 erfuhr die Kirche wiederum eine Außenrenovierung.

Die bisher in Steingrau gefärbte Außenfassade wurde abgeschlagen und neu verputzt, wobei anschließend ein neuer weiß-gelber Anstrich aufgetragen wurde. Der neue, dezentere Farbton ließ die Kirche in ungewohnten hellen Glanz erstrahlen.

Im Zuge dieser Außenrenovierung wurden zusätzlich durch ABM – Maßnahmen der Stadt Berching, der Friedhof samt Friedhofsmauer renoviert, wobei neue Wege angelegt, mit Pflasterbelag versehen und die Friedhofsmauer neu eingedeckt wurde. Der Kirchturm erhielt eine neue blattvergoldete Kugel mit aufgesetztem Stern.

Passend zur Jubiläumsfeier der Freiwilligen Feuerwehr Raitenbuch 1985 sowie der Primizfeier des Neupriesters Pater Thomas Maria Freihart der ebenfalls nach Pater Justin Stampfer als Sohn der Ortsgemeinde den Dienst Gottes antrat, präsentierte sich die schmucke Filialkirche im neuen Gewände über Dorf und Jurahöhen.

Zur Primiz von Pater Thomas Maria Freihart, der am 27.September 1986 in der Abteikirche Plankstetten von Diözesanbischof Dr. Karl Braun zum Priester geweiht wurde, rüstete sich die gesamte Ortsgemeinde samt Heimatpfarrer Pater Ansgar Schopol.

Primiz von Pater Thomas Maria Freihart am 28. September 1986

Nach elfjähriger Bauruhe mußten 1997 unter Federführung von Pater Godehart und Kirchenpfleger Konrad Pöringer erneut aufwendige Sanierungs-maßnahmen durchgeführt werden. Für manchen unerwartet, wurden im Dachgebälk sowie am Glockenstuhl angemorschte tragende Bauteile ausgetauscht. Die Zimmermannsarbeiten führte hierbei die Fa. Leidl aus Holnstein durch.

Nachdem auch die abgewitterte Außenfassade beansprucht wurde, entschloss man, auch dieser einen neuen Anstrich zukommen zu lassen.

Schon ein Jahr danach wurde die Renovierung des inneren Kirchenraumes in Angriff genommen. Das gesamte Inventar wurde durch die Ortsbewohner aus der Kirche geräumt und beim Stiegler Max untergebracht der hierzu die nötigen Räume zur Verfügung stellte. Den rissigen Putz an den Wänden im Altarbereich, an den Stuckreihen sowie schadhafte Putzstellen konnten somit einer gründlichen Sanierung unterzogen werden. Der bisher gräuliche Innenraum wurde mit den Farben weiß – grau und rosa die in der barocken, reich mit Kunstfiguren ausgestatteten Kirche wunderbar harmonieren, ersetzt.

Die Malerarbeiten wurden vom Kirchenmaler Schieferdecker aus Thalmässing ausgeführt, der auch die Altarbilder und Deckengemälde auffrischte.

Der Holzbelag unter den Sitzbänken, die Elektroheizung aus dem Jahre 1973 sowie die Beleuchtung wurden erneuert. Ein zusätzlicher Handlauf zur Empore wurde ebenfalls angebracht.

Filialkirche im Jahre 1959 Renovierte Filialkirche im Jahre 2000

Überschattet von den auf wendigen Innenrenovierungsarbeiten, stand 1998 ein weiteres kirchliches Großereignis an.

Pater Thomas Maria Freihart wurde nach seinem Wechsel vom Kloster Plankstetten zum Kloster Weltenburg zum Klostervorsteher ernannt und am 19 September 1998 zum Abt des Kloster Weltenburg geweiht.

Die Weihe vollzog in der Asamkirche zu Weltenburg Bischof Manfred Müller aus Regensburg.

Eine größere Gruppe Raitenbucher Ortsbürger nahm an dieser Zeremonie teil.

Abtsweihe von Thomas Maria Freihart OSB am 19.09.1998

 

Bauweise und Innenausstattung

 

Die St. Nikolaus-Kirche zeigt im Außenbau eine schlichte, wuchtige Form, Chor

und Kirchenschiff tragen barocken Charakter. Der alte, viereckige Turm trägt einen achteckigen Aufbau als Glockenraum, der von einer Kuppel bekrönt wird.

Der Kirchenraum mit drei Altären hat spätbarockes Gepräge. Der von vier Säulen getragene barocke Hochaltar zeigt auf dem Altarblatt das Bildnis des Kirchenpatrons St. Nikolaus (1745 angefertigt). Zu beiden Seiten des Tabernakels

stehen die Holzfiguren der beiden Erzmärtyrer Laurentius und Stephanus. -Dem Kirchenpatron begegnen wir ferner an der rechten Chorbogenwand in einer bemalten gotischen Holzfigur (um 1400), in der Rechten den Bischofsstab, in der Linken ein Buch mit drei goldenen Kugeln. Sie stand vermutlich früher auf dem Hochaltar. Gegenüber grüßt von der linken Chorbogenwand eine Madonnenfigur, zu ihren Füßen die Erdkugel mit Schlange. - An der linken Chorwand sind oben zwei Halbfiguren des Heiligen Willibald und Wunibald angebracht.

Das Innere der St. Nikolaus - Kirche mit dem Hochaltar

Die beiden Seitenaltäre sind dem hl. Sebastian (rechts) und der Gottesmutter

(links) geweiht. Über den Altarbildern finden wir jeweils ein Bildnis des hl. Florian und „Maria Verkündigung". - Vor dem rechten Seitenaltar steht der „Taufstein", gekrönt von St. Johannes dem Täufer. - Die Kanzelbrüstung ist mit vier Bildern der Evangelisten verziert.

Den Scheitel des Chorbogens schmückt das Wappen des Abtes Benedikt Schmid von Plankstetten, in dessen Regierungszeit der Kirchenneubau entstand - umrahmt von Engeln und Fruchtkörben in bunter Stuckarbeit.

Das Wappen selbst ist teilweise durch eine hängende Marienfigur im Strahlenkranze verdeckt.

An der Südwand des Kirchenschiffes finden wir in der Mitte ein Wandkreuz (aus Holz) mit Engelgruppen.

Das flachgedeckte Langhaus ist mit einfachen Stukkaturen in Band- und Gittermotiven aus dem Frührokoko geschmückt. - Das Deckengemälde stellt die Himmelfahrt Mariens dar (als Kopie nach Murillo), ausgeführt von Kirchenmaler Karl Ambos von Berching und wird beiderseits von zwölf Apostelbildern um-geben. - Von den beiden Emporepfeilern grüßen zwei Holzfiguren: St. Johannes Nepomuck und St. Florian. Letztere diente als Motivbild für die neue Feuerwehrfahne.

Pöringer Lourdeskapelle: Erbaut um 1750, erneuert im Jahre 1982

 

Riedhammer Grabkapelle

Diese Kapelle hat Gott zur Ehre errichten lassen Martin Riedhammer, Mesner an der Kirche zu Raitenbuch, im Jahre des Heiles 1853, erneuert im Jahre 1981.

 

Das Sakramentshäuschen.

So einfach und schlicht die Dorfkirche dem Besucher auf den ersten Blick erscheinen mag, so birgt sie noch eine beachtenswerte Sehenswürdigkeit, nämlich ein vollständig erhaltenes, spätgotisches Sakramentshäuschen aus der mittelalterlichen Kirche. Es befindet sich an der linken Seitenwand des Chor -raumes, ist aus Kalkstein gearbeitet, 1,15 m hoch und 0,60 m breit und dürfte wohl um 1500 entstanden sein. Eine handgeschmiedete Gittertüre schließt die Sakramentsnische ab. Zu beiden Seiten des Gitterwerkes steht je eine gotische Steinfigur der Gottesmutter auf der Mondsichel und des Hl. Ägidius mit einem Hirschkalb. Das Häuschen wird gekrönt von einem Wimperg mit Erlöserhaupt auf dem Schweißtuch der Veronika und zwei seitlichen Strebe -pfeilern mit wuchtigen Kreuzblumen - eine ausgezeichnete Bildhauerarbeit der Spätgotik. Aus schwachen Farbresten ist die ehemalige farbige Gestaltung des Sakramentshäuschens noch zu erkennen.

 

Das Kriegerdenkmal von Raitenbuch